Chronik
7. April 2013
Bonn. Zum ersten Mal trat das Quartett der Kritiker vom Preis der deutschen Schallplattenkritik beim Festival Heidelberger Frühling auf. Besonderer Gastgeber war der Bariton Thomas Hampson, der im Rahmen seiner Liedakademie in diesem Jahr das Thema "Ballade" auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Balladen gehörten zu den zentralen musikalischen Gattungen des 19. Jahrhunderts. Heute scheinen diese "Miniopern" aus der Mode gekommen zu sein, ja, selbst im Programm der ohnehin raren Liederabende spielt die Ballade nur noch eine Nebenrolle. Dabei erfreut sich aber doch der "Erlkönig" immer noch größter Beliebtheit – und vor allem diskographisch beweisen immer wieder substanzielle Neuveröffentlichungen, dass sowohl Sänger wie Publikum die Ballade nach wie vor lieben. Gemeinsam mit Thomas Hampson diskutierten die PdSK-Juroren Dr. Eleonore Büning (FAZ), Manuel Brug (Die Welt), Dr. Christian Kröber (nmz) und Rainer Wagner (Hannoversche Allgemeine Zeitung) am 7. April in der Alten Aula der Universität Heidelberg über ausgewählte Balladen von Franz Schubert ("Der Zwerg"), Robert Schumann ("Belsazar") und Carl Loewe ("Herr Oluf") und beleuchteten nebenbei auch das Seitenthema Klavierballade (Johannes Brahms, op.10 Nr.1). Dabei wurden exemplarisch historische und aktuelle Platteneinspielungen vorgeführt und miteinander verglichen.
5. April 2013
Bonn. Das Quartett der Kritiker vom Preis der deutschen Schallplattenkritik hatte zur zweiten Runde im Jubiläumsjahr 2013 eingeladen: Gastgeber war diesmal das Arnold Schönberg Center in Wien, denn es galt, ein doppeltes Jubiläum zu begehen: erstens feiert dieser unabhängige Kritikerpreis heuer seinen fünfzigsten Geburtstag, zweitens jährt sich zum hundertsten Mal der Jahrestag des sogenannten Wiener Watschenkonzerts. Am 31. März 1913 dirigierte Arnold Schönberg im Großen Saal des Wiener Musikvereins u.a. eigene Werke sowie Uraufführungen seiner Schüler Alban Berg und Anton von Webern. Auch die Maeterlinck-Gesänge op. 13 von Alexander von Zemlinsky sowie Gustav Mahlers "Kindertotenlieder" standen auf dem Programm. Zu letzteren kam es allerdings nicht mehr, denn das Konzert musste nach Krawallen und handgreiflichen Ausschreitungen vorzeitig abgebrochen werden. Dieser "Showdown" zwischen Publikum und Neuer Musik ist einer der berühmtesten Skandale der Musikgeschichte. Aus diesem Anlass trafen die Juroren Dr. Eleonore Büning, Peter Cossé und Dr. Wilhelm Sinkovicz am 5. April mit dem Leiter des Schönberg Centers, Dr. Christian Meyer, zusammen, um einige der damals strittigen Werke und ihre Rezeption genauer unter die Lupe zu nehmen. Diskutiert wurde, anhand exemplarischer Plattenaufnahmen, über Schönbergs Kammersymphonie op. 9 und über Bergs Altenberg-Lieder op. 4. Die Moderation übernahm Olaf Wilhelmer von Deutschlandradio Kultur.Im Anschluss war am historischen Ort des Geschehens, im Wiener Musikverein, eine Rekonstruktion des Skandalkonzerts zu erleben: Das RSO Wien spielte unter Leitung von Cornelius Meister, es sang Christiane Oelze. Das "Quartett der Kritiker" und das Konzert werden zu einem späteren Zeitpunkt von ORF/Ö1 und DRadio gesendet sowie als Live-Stream auf www.schoenberg.at übertragen.
16. März 2013
Bonn. Der Festivalfrühling Rügen ist ein noch junges Festival, er fand dieses Jahr erst zum zweiten Mal statt, in künstlerischer Verantwortung des Fauré Quartetts und unter dem Dach der Festspiele Mecklenburg Vorpommern. Erstmalig war jetzt ein Quartett der Kritiker vom Preis der deutschen Schallplattenkritik auf Rügen zu Gast. Zu einer Matinee trafen die Juroren Eleonore Büning, Hans-Klaus Jungheinrich, Kai Luehrs-Kaiser und Michael Struck-Schloen am 16. März 2013 im historischen Brückenhaus auf der Seebrücke von Sellin zusammen, um über die erste Symphonie c-moll von Johannes Brahms zu diskutieren, anhand exemplarischer Tonaufnahmen dieses Werkes. Der Ort war ungewöhnlich, aber sinnvoll. Bekanntlich hatte Brahms jahrzehntelang einen großen Bogen um die Gattung Symphonie gemacht, auch die Arbeit an seiner Ersten war überschattet und blockiert vom Übervater Beethoven. Erst im Sommer 1876, bei einem Aufenthalt auf Rügen, erzielte er den Durchbruch, vollendete er das Werk. Es wurde schließlich am 16. März vom MDR Sinfonieorchester unter Leitung der Dirigentin Alondra de la Parra in der Nordperdhalle Göhren auf Rügen live aufgeführt.
6. Oktober 2012
Das Berliner Festival Faithful! hatte für Samstag, 6. Oktober 2012, das Quartett der Kritiker in das Kulturzentrum WABE eingeladen.
Ingeborg Allihn, Ludolf Baucke, Hartmut Lück und Max Nyffeler diskutierten über die in drei Einspielungen vorliegende Klavierkomposition "Serynade" von Helmut Lachenmann.
6. Oktober 2012
Bonn. Bereits zum dritten Mal gastierte das Quartett der Kritiker beim Bonner Beethovenfest. Am Samstag, 6. Oktober 2012, diskutierten Lothar Brandt, Eleonore Büning, Elisabeth Richter und Wolfgang Schreiber in der Beethovenhalle Beethovens Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67. Die von Olaf Wilhelmer moderierte Diskussionsrunde wurde von DeutschlandRadio Kultur aufgezeichnet und zeitversetzt gesendet. Im anschließenden Abendkonzert spielte das Londoner Philharmonia Orchestra (Leitung: Esa-Pekka Salonen) die „Schicksalssymphonie“ zusammen mit Steven Stuckys „Radical Light“ und Beethovens Symphonie Nr.8 F-Dur op. 93.
6. September 2012
Beim Musikfest Stuttgart ist das Quartett der Kritiker inzwischen schon Stammgast: Es war bereits der dritte Auftritt. Am 6. September 2012 standen „Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill auf dem Programm. Auf der Bühne diskutierten - dieses Mal als Terzett (v.l.): Christian Wildhagen, Martin Mezger und Thomas Voigt. Das anschließende Konzert gestaltete die Chansonsängerin Ute Lemper. (Foto: Holger Schneider)
2. September 2012
Berlin. Bereits zum zweiten Mal gastierte das Quartett der Kritiker beim Berliner Musikfest. Michael Stegemann, Peter Hagmann, Max Nyffeler und Stephan Mösch diskutierten am Sonntag, 2. September im Kammermusiksaal der Philharmonie über Arnold Schönbergs Oper "Moses und Aron". Olaf Wilhelmer moderierte die Veranstaltung, die das DeutschlandRadio Kultur am 3. September ausstrahlte. Nach dem Kritiker-Quartett dirigierte Sylvain Cambreling eine konzertante Aufführung mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und der EuropaChorAkademie.
28. Juli 2012
Schleswig Holstein Musik Festival
Erstmals war das Quartett der Kritiker beim Schleswig-Holstein Musik Festival zu Gast. Am Samstag, 28. Juli 2012, um 18 Uhr 30 diskutierten in der Rotunde der Lübecker Musik- und Kongresshalle Lothar Brandt, Kalle Burmester, Martin Elste und Thomas Voigt über „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms. Anschließend, um 20 Uhr, leitete Rolf Beck eine Aufführung dieses Werkes mit dem Kammerorchester Basel, dem Schleswig-Holstein Festival Chor sowie den Solisten Christiane Karg und Thomas E. Bauer.
1. Juli 2012
Kissinger Sommer
Das Quartett der Kritiker war bereits zum zweiten Mal Gast beim Kissinger Sommer. Am Sonntag, 1. Juli 2012 diskutierten im Salon Fontane Eleonore Büning, Volker Hagedorn, Hans Klaus Jungheinrich und Peter Stieber über die vierte Symphonie von Ludwig van Beethoven. Anschließend dirigierte Peter Ruzicka im Regentenbau das Werk, es spielte die Tschechische Philharmonie. Weiterer Programmpunkt des Konzerts war das Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op.83 von Brahms, gespielt von Arcadi Volodos.
9. Juni 2012
Klavierfestival Ruhr
Bereits zum zweiten Mal ging das Quartett der Kritiker beim Klavier-Festival Ruhr an den Start. In diesem Jahr waren am Samstag, 9. Juni 2012 Kalle Burmester, Eleonore Büning, Wolfram Goertz und Christoph Vratz in Dortmund zu Gast und diskutierten über Aufnahmen von Claude Debussys "Préludes".
Anschließend spielte Alexej Gorlatch das Werk im Konzert. Olaf Wilhelmer moderierte die Veranstaltung, die DeutschlandRadio Kultur am 11. Juni 2012 ausstrahlte. Foto: KFR/ Mark Wohlrab
25. Mai 2012
Das Quartett der Kritiker gastierte am Freitag, 25. Mai 2012, erstmals bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Thema waren die "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss. An der Diskussionsrunde im Palais Grävenitz nahmen teil: Manuel Brug, Robert Braunmüller, Peter Cossé und Jürgen Kesting. Anschließend sang Christine Schäfer, begleitet vom Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele unter der Leitung von Julien Salemkour die "Vier letzten Lieder" im Konzert, außerdem standen Werke von Schubert und Weber auf dem Programm. Foto: Reiner Pfisterer/ Ludwigsburger Schlossfestspiele26. April 2012
Berlin. Erstmals trat das Quartett der Kritiker beim Jerusalem Chamber Music Festival im Jüdischen Museum Berlin auf. Eleonore Büning, Wolfgang Schreiber, Christian Wildhagen und Albrecht Thiemann sprachen am Donnerstag, 26. April 2012 im Glashof des Museums über Einspielungen von Robert Schumanns Liederzyklus "Frauenliebe und -leben“. Dorothea Röschmann und Elena Bashkirova trugen anschließend im Konzert diesen Liederzyklus nach Gedichten von Adalbert von Chamisso vor.
Jahresüberblick 2011
Auch das Klavier-Festival Ruhr hatte sich erstmals das Quartett der Kritiker zu Gast geladen. Über die besten Chopin-Aufnahmen der 12 Etüden op.25 und der Sonate op.58 diskutierten am Sonntag, 26. Juni 2011, in Düsseldorf im Museum Kunst Palast: Eleonore Büning, Kalle Burmester, Wolfram Goertz und Gregor Willmes. Gespielt wurden die Werke von zwei der Gewinner des Warschauer Chopin-Wettbewerbs 2010, Lukas Geniusas und Ingolf Wunder. Weitere Veranstaltungen mit dem Quartett der Kritiker fanden in diesem Jahr statt beim Kissinger Sommer, bei den Salzburger Festspielen, beim Musikfest Stuttgart, dem Beethovenfest Bonn und dem Musikfest Berlin.
17. Dezember 2011
Bremen. Zu Gast im Deutschlandradio - mit D-Radio-Moderator Olaf Wilhelmer - so heißt das neue Format, in dessen Rahmen das Quartett der Kritiker die interessantesten aktuellen und historische Aufnahmen vergleicht und diskutiert. In der ersten Sendung ging es um alte und neue Aufnahmen von Robert Schumanns Symphonie Nr. 4 d-moll. Schumann selbst gilt als Pionier der Musikkritik, dem stets daran lag, einen "Damm gegen die Mittelmäßigkeit aufzuwerfen - durch das Wort wie durch die That".
Die Veranstaltung, die am 17. Dezember 2011 in Bremen aufgezeichnet und am 19. Dezember ausgestrahlt wurde, bildete den Auftakt zu einer Kooperation zwischen dem Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. und dem Deutschlandradio Kultur. Je nach Thema und musikalischem Genre wird das Quartett der Kritiker in wechselnder Besetzung auftreten. Auf dem Bild v.l.n.r.: Ludolf Baucke, Christoph Vratz, Moderator Olaf Wilhelmer, Eleonore Büning und Lothar Brandt. Foto: Jörg Sarbach
27. September 2011
Bonn. Ein Franz Liszt gewidmeter Konzertabend mit dem Quartett der Kritiker setzte beim Beethovenfest am 27. September 2011 einen besonderen Akzent mit der Interpretation seiner h-moll Sonate. Vier Juroren vom Preis der deutschen Schallplattenkritik diskutierten im Kammermusiksaal historische und aktuelle CD-Aufnahmen dieses opus magnum der Liszt'schen Klavierliteratur. Die Besetzung des Kritikerquartetts: Peter Cossé, Attila Csampai, Sabine Fallenstein sowie Christoph Vratz. Live gespielt wurde die h-moll Sonate anschließend von dem kanadischen Pianisten Marc-André Hamelin, der an diesem Abend für die Einspielung seiner 12 Études mit einem Jahrespreis ausgezeichnet wurde. Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete die Ehrenpreisverleihung an Simon Perry, Gründer des britischen Klassiklabels Hyperion. Perry habe Ideenreichtum, Risikobereitschaft, künstlerisches Augenmaß und einen ausgeprägten Sinn für die Möglichkeiten einer eigenständigen Repertoiregestaltung bewiesen, hieß es in der Preisbegründung.
14. September 2011
Stuttgart. Die Oper "Il ritorno d'Ulisse in patria" schrieb Claudio Monteverdi 1640 für das Theater San Cassiano in Venedig. Überliefert sind von diesem Werk nur Vokallinie und Bass, so dass jeder, der es aufführen möchte, für sich eine plausible Besetzung finden muss - beste Voraussetzungen also für unterschiedlichste Interpretationsansätze, die zahlreich auf CD gebannt worden sind. Am Mittwoch, den 14. September 2011, diskutierten und verglichen Eleonore Büning, Martin Elste, Max Nyffeler und Uwe Schweikert als Quartett der Kritiker im Stuttgarter Theaterhaus die Einspielungen des "Ulisse". Dabei lernte das Publikum Interpretationsunterschiede an verschiedenen Hörbeispielen kennen. Das Quartett der Kritiker fand im Rahmen des insgesamt dreiwöchigen Musikfest Stuttgart statt, das dieses Jahr unter dem Thema "Wasser" stand. Am selben Abend folgte, ebenfalls im Theaterhaus, eine Aufführung der Oper durch La Venexiana unter Leitung von Claudio Cavina.
6. September 2011
Berlin. Über verschiedene Interpretationen von Jean Sibelius’ “Kullervo” sprachen und diskutierten Juroren vom Quartett der Kritiker beim Musikfest Berlin am Dienstag, 6. September 2011. Auf dem Podium im Kammermusiksaal saßen Eleonore Büning,
Wolfram Goertz,
Hans-Klaus Jungheinrich und Michael Stegemann.
6. August 2011
Salzburg. Um Gustav Mahlers "Lied von der Erde" ging es beim Quartett der Kritiker, das am 6. August 2011 bei den Salzburger Festspielen gastierte. Auf Einladung der Freunde der Salzburger Festspiele diskutierten exemplarischer alter und neuer Tonaufnahmen die PdSK-Juroren Eleonore Büning, Peter Cossé, Volker Hagedorn und Jürgen Kesting. Anschließend war das "Lied von der Erde" in der Klavierfassung zu erleben im Großen Festspielhaus, mit dem Tenor Piotr Beczala, dem Bariton Christian Gerhaher und dem Pianisten András Schiff.
11. Juli 2011
Bad Kissingen. Das Quartett der Kritiker mit Juroren vom Preis der deutschen Schallplattenkritik trat in diesem Jahr erstmalig auch als Gast beim Kissinger Sommer auf. Thema dieser Diskussionsrunde waren Vivaldi-Arien. Es debattierten und verglichen am Montag, 11. Juli 2011, in Bad Kissingen Manuel Brug, Robert Braunmüller, Dr. Christian Wildhagen und Björn Woll. Anschließend fand im Regentenbau ein Konzert mit dem Counter-Tenor Philippe Jaroussky statt, der ein reines Vivaldi-Programm sang.
29. September 2010
Bonn. Vier Juroren aus der Klavierjury stellten sich im Rahmen des Beethovenfestes am Mittwoch, 29. September 2010, der Aufgabe, Beethovens Spätwerk „33 Veränderungen für Klavier über einen Walzer von Diabelli“ am Beispiel unterschiedlicher Interpretationen zu erläutern. Als Phonographisches Quartett diskutierten Christoph Vratz, Eleonore Büning, Peter Cossé und Kalle Burmester im Kammermusiksaal des Beethovenhauses. Anschließend spielte der junge Ausnahmepianist Igor Levit das Werk live.17. September 2010
Stuttgart. Als Phonographisches Quartett debattierten die Juroren Wolfram Goertz, Uwe Schweikert, Thomas Voigt und Christoph Vratz beim Musikfest Stuttgart am 17. September 2010 über Aufnahmen zu Robert Schumanns "Faust"-Szenen. Das Quartett bildete den Auftakt zu einer künftigen Partnerschaft zwischen dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Musikfest Stuttgart. Im Zentrum der drei Musikfest-Wochen vom 28. August bis 19. September 2010 standen Nachtmusiken mit den thematischen Schwerpunkten "Träume und Märchen", "Schlafes Bruder" sowie "Liebe und Wahnsinn".