James Blake
Das Solo-Album von James Blake lebt von seinen Widersprüchen. Zarte Melodien. vorgetragen in gebrochenem Falsett, halten den Kurs auf einem aufgewühlten Ozean brachialer Klänge. Klavierskizzen treffen Lo-Fidelity Sounds und Weißes Rauschen, trocken aufgenommener A-capella-Gesang wechselt mit heftig prozessierten Stimmverfremdungen. Fetzen von Liedgut aus dem stillen Kämmerlein flattern vor den Membranen einer böse basslastigen Diskothekenanlage. Sein selbstbetiteltes Debut geriet dem jungen Londoner als Solitär der Klangarchitektur, jeder Versuch, seine Musik in den Traditionen von Elektronik, englischer Rave Musik oder im Art Rock einzuordnen, bleibt eine Hilfskonstruktion. James Blakes perfekt unperfektes Album ist in jeder Sekunde ein zeitgenössisches Werk von 2010/2011 und zugleich ein zeitlos schönes Stück Musik. Selten war Stille so dynamisch, selten Langsamkeit so mitreißend. (Für die Jury: Christian Tjaben)
Hörbeispiel: "Limit to your love"
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