James Joyce: Ulysses

ulyssesBücher haben ihre Schicksale, gelesen oder ungelesen. Außer einigen Experten haben es in der Regel gewiss nur wenige Leser vermocht, über ein paar Seiten des „Ulysses“ von James Joyce hinaus zu dringen, ungeachtet der, wie der Autor einräumte, „spaßhaft-geschwätzigen, allumfassenden Chronik mit vielfältigstem Material“. Vielleicht fühlen sie sich zu sehr eingeschüchtert von der allzu großen Gelehrtheit, der tollen Sprach- und Gedankenakrobatik, der Differenziertheit der Erzähltechniken und der inhaltlich kaum nachvollziehbaren Motiv- und Symbolfülle, womit Joyce den hundsgewöhnlichen Alltag der Dubliner Kleinbürger reflektiert, ihre Handlungen und Begegnungen und Gedanken am 16. Juni 1904 von acht Uhr früh bis zum nächsten Morgen um etwa drei Uhr. Bloomsday – man feiert ihn heute noch. Um der Rezeption des Werkes nun endlich den Weg frei zu machen, wurde es unmittelbar nach Aufhebung der Sperrfrist 2012 von einigen Rundfunkanstalten in Kooperation mit dem Münchener Hörverlag in gleich zwei mustergültigen Produktionen herausgebracht: erst als Hörspiel in kürzerer Fassung (23 CDs), danach in voller Länge als Lesefassung (31 CDs). Letztere Version wird von exzellenten Schauspielern ohne jedes akustische Beiwerk interpretiert. Diese Produktion bietet ein Hörvolumen von knapp vierzigstündiger Dauer und wird als zeitloses Dokument höchsten Grades in die Geschichte der Tonaufzeichnung eingehen.
(Für die Jury: Peter Fuhrmann)

Der Jahrespreis wurde im Rahmen der Leipziger Buchmesse am 13. März 2014 an den Münchner Hörverlag verliehen.

Hörbeispiele durch Klick auf das Cover

Joomla "wookie mp3 player 1.0 plugin" by Sebastian Unterberg

Archiv Jahrespreise