Bestenlisten
Mit einem Platz auf der Bestenliste werden vierteljährlich die besten und interessantesten Neuveröffentlichungen der vorangegangenen drei Monate ausgezeichnet. Bewertungskriterien sind künstlerische Qualität, Repertoirewert, Präsentation und Klangqualität. Die Longlists sind ab 2014 direkt bei jeder Bestenliste hinterlegt.
NEU: Longlist 3/2026, veröffentlicht am 6. Juli 2026
Kammermusik
Franz Schubert: Streichquartett Nr. 14 »Der Tod und das Mädchen«
& Iris ter Schiphorst: Sei guten Muts, Mark Andre: 7 Stücke für Streichquartett. Kuss Quartett, Maurice Steger. Rubicon RCD1104 (harmonia mundi/Bertus)
Eine so stringente Programmdramaturgie bei Musik, deren Entstehung knapp zwei Jahrhunderte trennt, erlebt man selten. Wobei der klangliche Kontrast zwischen Blockflöte und Streichquartett in Iris ter Schiphorsts Schubert-Hommage »Sei gutes Muts« (2021) mit unterschiedlichen Spieltechniken eindrucksvoll ausgereizt wird. In Mark Andres Seven Pieces (2022/23) erschafft das Quartett dann eine kaum mehr wahrnehmbare, geisterhafte Klangwelt. Für das Referenzstück des Albums, Schuberts Quartett, erhält das Kuss Quartett wegen des fast schon metallisch-expressiven Spiels einen Extrastern. Für die Jury: Bernhard Hartmann
Kammermusik
Johannes Brahms: Klavierquartette Nr. 2 op. 26 & Nr. 3 op. 60
Tanja und Christian Tetzlaff, Barbara Buntrock, Lars Vogt. Ondine ODE 1448-2 (Naxos)
Lars Vogt, der 2022 viel zu früh verstorbene Pianist, erweist sich in diesen posthum erschienenen Aufnahmen der seltener aufgeführten Klavierquartette Nr. 2 und 3 von Johannes Brahms noch einmal als einer der einfühlsamsten, farbenreichsten und kompetentesten Kammermusiker der vergangenen Jahrzehnte. Gemeinsam mit seinen Musikpartnerinnen und Musikpartnern Christian und Tanja Tetzlaff sowie Barbara Buntrock ist eine auf lange Zeit Maßstäbe setzende Veröffentlichung entstanden, die die Erinnerung an einen der führenden Brahms-Interpreten lange wachhalten wird. Für die Jury: Andreas Göbel

