Ehrenpreise

Ehrenpreise in Form von Urkunden vergibt der Jahresausschuss des PdSK e.V. an herausragende Persönlichkeiten, die sich als Interpreten, Künstler oder Produzenten um die Musikaufzeichnung auf Ton- und Bildtonträgern besonders verdient gemacht haben.

Klassik

Akademie für Alte Musik Berlin  © Uwe Arens
© Uwe Arens

Akademie für Alte Musik Berlin

Mit einem Fund auf dem Dachboden fing alles an, in der DDR, wo kaum an historische Instrumente heranzukommen war. Die neu gegründete Akademie für Alte Musik Berlin bestand aus Musikern der Ostberliner Opernhäuser und des damaligen Berliner Sinfonie-Orchesters und gab ihr erstes Konzert 1982 in der Köpenicker Schlosskirche. Es muss ein Urknall gewesen sein – nicht nur die Berliner Barockmusikszene von heute zehrt von diesem Auftakt der AKAMUS. Längst bewegt sie ihre Fans von Tokyo bis Buenos Aires, New York und London, mit stets ansteckender Neugier, die größten Meisterwerke des Barock bis in ungeahnte Tiefen auszuleuchten und sie in wiederentdeckten, frisch aus den Archiven geborgenen Partituren zu spiegeln. Mit über hundert Aufnahmen hat die AKAMUS international preisgekrönte Meilensteine gesetzt. Die Mauern ihres Elfenbeinturms sind durchlässig für Zuhörende, die dem Akademiegedanken der AKAMUS folgen und die sich hineinziehen lassen in die nie endende Spielfreude des Ensembles. Für den Jahresausschuss: Julia Kaiser

Jazz, Rock, Pop

Anouar Brahem  © Marco Borggreve
© Marco Borggreve

Anouar Brahem

Anouar Brahems Kunst entfaltet sich auf vielfältige Weise: wenn er die aus Vorderasien stammende Kurzhalslaute Oud solistisch spielt oder im Zusammenklang mit Musikerinnen und Musikern sowie in der Begegnung mit außereuropäischen Kulturen. Der in Tunesien geborene Künstler arbeitet dabei mit bedeutenden Vertretern verschiedenster Stilrichtungen zusammen und zeigt eindrucksvoll, wie sich der Klang der Oud mit dem anderer Instrumente zu einem harmonischen Ganzen verbindet. Brahem ist ein Grenzgänger, dessen Werk sich gängigen Kategorien wie Weltmusik, ethnische Musik oder Jazz entzieht. Er geht stets seinen eigenwilligen, experimentierfreudigen Weg, auf dem sich arabische und europäische Klänge ebenso begegnen wie improvisatorische Einflüsse des Jazz finden. Seine Musik klingt nicht forciert oder dramatisch, sondern ruhig und meditativ – sie lebt von der Magie des Augenblicks. Anouar Brahem lotet unermüdlich die Ausdrucksmöglichkeiten seines Instruments aus – in eindringlichen Erkundungen, die wir uns noch lange von ihm wünschen. Für den Jahresausschuss: Helge Grünewald

Jazz, Rock, Pop

Jennifer Weist  © Viktor Schanz
© Viktor Schanz

Jennifer Weist

Jennifer Weist alias Yaenniver steht mit ihrer Musik für den Mut, laut zu sein, wo Schweigen (für Täter) bequemer wäre. Sie kämpft als »angry woman« gegen Machtmissbrauch und Sexismus in der Musikbranche, gegen sexualisierte Gewalt und gegen das Patriarchat. In einer Branche, die oft genug Gefällig-sein belohnt und widerständige Stimmen unterdrückt, bleibt Jennifer Weist unbeirrbar-deutlich. Auch wenn sie das nie sein wollte: Sie ist ein feministisches Vorbild. Denn sie verhandelt in ihren Texten unbeugsam (weibliche) Wut, Selbstbestimmung und, auch das, Verletzlichkeit. Ihre außergewöhnlich vielseitige und starke Gesangsstimme, ihre Bühnenpräsenz und ihre klare Haltung gegen Nationalismus – all das macht Jennifer Weist zu einer der wichtigsten deutschsprachigen Sängerinnen. Vor vielen Jahren sang sie im Song »Himalaya« als Frontsängerin der Band Jennifer Rostock: »Und ich bin immer noch hier«. Das gilt weiterhin. Zum Glück. Für den Jahresausschuss: Nastassja von der Weiden

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