Dina Ugorskaja

03-schubert-ugorskaja-cavi8553107Dina Ugorskaja ist eine Musikerin der Schweigsamkeit und tiefen Intensität, ernst und leise, traumwandlerisch leuchtend. Der frühe Lebensabbruch rief Bestürzung hervor. Dass sie viele Jahre gegen den Krebs ankämpfte, wusste man, dass sie ihn besiegen würde, hoffte man vergebens. Ihre verinnerlicht reife Musizierkunst hinterlässt nun eine Spur staunenswerter Aufnahmen – Händel-Suiten, Bachs Wohltemperiertes Klavier, Schumann, späte Sonaten von Beethoven und Schubert. Die Tochter des russisch-jüdischen Pianisten Anatol Ugorski kam in Leningrad, heute Sankt Petersburg, zur Welt und floh 1990 mit der Familie nach Deutschland. Ugorskaja studierte in Detmold und Berlin, es folgten erste Konzertauftritte, sie begann zu unterrichten, zuletzt als Klavierprofessorin in Wien, lebte mit Ehemann und kleiner Tochter in München. Ihre letzte Aufnahme, Schuberts B-Dur-Sonate aus dem Todesjahr, offenbart ein Erschrecken vor einer visionären Musik der Zerbrechlichkeit wie Zartheit, der Atemlosigkeit, des Stockens und Taumelns: ein Musizieren, das existentiell wird. (Für den Jahresausschuss: Wolfgang Schreiber)

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