Manfred Kahlweit

kahlweit Prof. Dr. Manfred Kahlweit, Jahrgang 1928, studierte Physik an der Universität Göttingen und hat sich dort auch habilitiert. Wurde 1967 Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und 1996 emeritiert. In der Musik war er Autodidakt. Begann 1956 als postdoc in den USA für high fidelity zu rezensieren, und setzte dies ab 1959 etwa 30 Jahre lang als freier Mitarbeiter von fono forum und einigen Tageszeitungen fort. Seit Auslobung des deutschen Schallplattenpreises war er Mitglied der Jury, eine Tätigkeit, auf die er sich seit einigen Jahren beschränkte. Er starb am 24. Januar 2012 im Alter von 83 Jahren.

"Wissen Sie auch nicht, was ein Dezibel ist?"

Zum Tode unseres Jurors Manfred Kahlweit

Wenn überhaupt, dann wurde in den Nachrufen auf Manfred Kahlweit, der am 24. Januar in Göttingen im Alter von 83 Jahren starb, sein langjähriges Engagement für Musik und Schallplatte nur am Rande erwähnt. Doch spielten sie in seinem Leben eine nicht unerhebliche Rolle. Journalistische Beiträge zur geliebten Kammermusik und zur High Fidelity schrieb der junge Physiker schon 1956 als Post-Doktorand in Kalifornien. Zurück in Deutschland gehörte er zu den ersten Mitarbeitern der neu gegründeten Schallplattenzeitschrift „fonoforum“. Er  machte sich hier schnell einen Namen als Kritiker und als kompetenter, mit unnachahmlich trockenem Witz formulierender Autor der Serie „Wissen Sie auch nicht, was ein Dezibel ist?“. Und er war dabei, als „fonoforum“ 1963 zum ersten Mal den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ verlieh. Kahlweit wurde 1963 Mitglied und 1967  Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für physikalische, später biophysikalische Chemie, wo er bis zu seiner Emeritierung 1996 wirkte. Er erwarb als „ungewöhnlich ideenreicher Experimentator mit tiefem theoretischen Verständnis“, so schreibt ihm zu Gedenken der Präsident Max-Planck-Gesellschaft, hohes Ansehen in der Fachwelt. Neben dieser erfolgreichen wissenschaftlichen Karriere blieb Manfred Kahlweit dem „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ bis zu seinem Tod als Juror eng verbunden: gleichbleibend zuverlässig, umfassend informiert, unbestechlich und mit höchstem Qualitätsanspruch wertend (Ingo Harden).
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