Hans-Klaus Jungheinrich

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Der Preis der deutschen Schallplattenkritik trauert um einen großen Kollegen

Von Hans-Jürgen Linke

Wir sind aus allen Wolken gefallen, auch aus den metaphorischen, in denen man mit ihm gesprächsweise unterwegs sein konnte wie mit nur wenigen, mit mitreißender Leichtigkeit und einer bergsteigerhaften Denk-, Bewegungs- und Lebensfreude. Eindrucksvolle Lese-Erlebnisse bereiteten seine Texte, wenn man in der gleichen Vorstellung, im gleichen Konzert gewesen war. Man konnte erstaunt feststellen, was alles man überhört oder übersehen hatte. Vernehmbar war immer die Zuneigung zum Gegenstand, ohne die für ihn Kritik nicht legitim gewesen wäre. Seine öffentliche Existenz kam ohne Eitelkeit aus und war begleitet nur von bündigen biografischen Informationen in Klappentexten und Internet-Portalen: Geboren 1938 in Bad Schwalbach, studierte 1958-62 Komposition und Dirigieren in Darmstadt und Salzburg. Ab 1960 als Musikpublizist und Rundfunkautor tätig. Von 1968 bis 2003 Feuilletonredakteur und Musikkritiker bei der „Frankfurter Rundschau“, seitdem freier Autor. Organisator von Symposien, Herausgeber von Komponistenmonographien im Schott-Verlag, Mainz. Buchveröffentlichungen mit den Schwerpunkten Oper, Dirigenten, neue Musik. 2011 erhielt er die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main.
Einen gewichtigen Teil seiner öffentlichen Existenz verdankte Jungheinrich der Frankfurter Rundschau, und das Feuilleton der Frankfurter Rundschau seinerseits verdankt ihm einen gewichtigen Teil seines nachhaltigen Rufs.
Seine Stimme und graubärtig strahlendes Lächeln werden uns fehlen.
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