Neue Longlist vom Preis der deutschen Schallplattenkritik

bestenlste-117px-transparentBonn.  Der Preis der deutschen Schallplattenkritik (PdSK e.V.) stellt seine aktuelle Longlist vor. Insgesamt haben 156 Juroren aus 32 Fachjurys 240 Neuerscheinungen aus dem letzten Quartal vorgeschlagen für die Auswahl der vierten Bestenliste 2016. Die Bestenliste 4/2016 wird am 15. November veröffentlicht.icon Longlist 4.2016


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Sporn, Korrektiv, Ermutigung. Ein Nachruf auf Ludolf Baucke

Ludolf Baucke Bonn. Am 31.Juli 2016 ist Ludolf Baucke in Hermannsburg gestorben, am 11.8. wurde er beerdigt im Kreis der Familie. Baucke war ein sehr guter Freund. Einen besseren findet man nicht. Er war Sporn, Korrektiv, Ermutigung, Ideenborn, Fundbüro, Sprungbrett, Entdecker und Zuflucht. Viele Jahre, bevor ich ihn persönlich kennenlernte, kannte ich schon seine Texte über Musik. Neben seinem Lehrerberuf schrieb er Musikkritiken für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, für die Neue Musikzeitung, für die Hannoversche Allgemeine, mit Witz, einer unverwechselbar bizarren Feder und mit dialektisch geschärftem Blick für Widerstände. Irgendwann in den neunziger Jahren, bei einer der jährlichen Mitgliederversammlungen des PdSK-Vereins, an denen ich genau so selten Gelegenheit hatte, teilzunehmen, wie andere permanent reisende Musikkritiker auch, sah ich ihn zum ersten Mal. Er leitete natürlich die Diskussion. Oder führte er Protokoll? Jedenfalls sah ich ihn erstmals eingreifen, ordnen, klären, schallen, wüten, lachen. Dieser Herr Baucke, lernte ich, ist zwar ein durchaus lauter Mensch. Kein Angsthase, kein Leisetreter, auch alles andere als ein Diplomat. Aber vor allem ist er ein ganz ausgezeichneter Zuhörer.
Baucke steigt nicht sofort in den Ring, wenn etwas schief läuft, jemand loslabert, sich erregt. Er sagt nur: „Hm. Na gut.“ Und hört zu. Aber dann kommt irgendwann zuverlässig und messerscharf Bauckes Analyse mit Conclusio. Wie viele gordische Knoten hat er im Laufe der Jahre für den PdSK e.V. auf diese Weise zerschlagen, mit seinem Blick für das Wesentliche? Wie oft hat er uns gut und richtig geraten?

baucke-4Geboren 1939 in Stade, studierte Ludolf Baucke an der Musikhochschule in Hannover Klavier (bei Karl Engel) und nebenher Geographie. Er entschied sich für das Lehramt. Von 1963 bis zu seiner Pensionierung 2001 stand er im niedersächsischen Schuldienst, seit 1978 als Leiter des Hannover-Kollegs. 1980, als man noch Schallplatten aus Vinyl auflegte, wurde er Juror beim Preis der deutschen Schallplattenkritik und wirkte in diversen Jurys, Jahresausschüssen und Vorständen mit. Dass ihn die digitale Revolution, die das Musikhören ebenso grundlegend umwälzt wie den Diskurs über Musik, nicht nervös gemacht hat, dafür sorgte seine angeborene Neugierde auf Neues, die manchmal etwas Unbändiges hatte. Als Musikkritiker wie als Juror liebte er die Musik lebender Komponisten, besonders politisch inspirierte, besonders Stücke, die sich nicht von selbst verstehen, außerdem interebaucke-kritikerquartettssierte er sich für alles, was das Klavier betrifft, aber auch das Horn, sowie für junge Musiker, für Unbekanntes, Fremdartiges, für bildende Kunst, für Geschichte. Wichtiger als die allzu leicht verholzenden Metaebenen der Diskussion ist ihm wohl immer eher die Sache selbst gewesen, das lebendige Kunstwerk, als Menschenäußerung, in seiner Vielfalt. Im Kurzporträt seiner selbst schrieb Baucke über Baucke: „Lässt sich immer wieder überraschen von provozierender Musik, gleich ob alt oder neu, nah oder fern, klassisch oder nichtklassisch.“ So war es. Er fehlt.
Eleonore Büning

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Neue Bestenliste der Schallplattenkritik

bestenlste-117px-transparentBonn. Der Preis der deutschen Schallplattenkritik (PdSK e.V.) hat seine dritte Vierteljahresliste 2016 veröffentlicht. Insgesamt haben 149 Juroren die aktuellen Ton- und Bildtonträger in 32 Kategorien evaluiert. Insgesamt waren 275 Titel, neu herausgekommen im letzten Quartal, für die Longlist nominiert worden. Aus dieser Vorauswahl schafften es jetzt 29 Titel auf die Liste der Besten. Gleich mehrere Jurys votierten für das kämpferische neue Album der Sängerin Anohni, sie siegte mit Hopelessness in den Kategorien Pop, Alternative und Club & Dance. Auch Beyoncé wurde für Lemonade mehrfach gekürt, hier teilen sich die beiden Jurys DVD-U-Musik und Soul & HipHop das Vergnügen. Starke Frauenstimmen setzten sich diesmal auch in ganz anderen Musikrichtungen durch: Für die Jury Historische Aufnahmen machte die legendär vielseitige Cathy Berberian mit ihren Folksongs of the World von 1979 das Rennen. Julianna Barwick überzeugte mit Will die Electronic-Jury, die samische Sängerin Sara Ajnnak mit dem Album Ráhtjat die Folk-Jury, und Mahsa Vahdat mit The Sun Will Rise die Juroren in der Kategorie Traditionelle ethnische Musik. Die Juroren der Kategorie Oper entschieden sich einerseits für eine DVD mit Stefan Herheims Inszenierung von Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“, andererseits für die Neueinspielung von Händels „Arminio“ durch George Petrou. Zum wiederholten Male schaffte es Weltklasse-Geiger Frank Peter Zimmermann auf die Bestenliste, diesmal mit Mozarts Violinkonzerten, auch das SWR-Vokalensemble (mit Kompositionen von Martin Smolka) sowie das Arditti-Quartet (mit u.a. Quartettmusik von Alfred Zimmerlin) und das Ensemble Theatre of Voices (mit Musik von Dietrich Buxtehude) standen schon öfters auf dem Besten-Treppchen. Zum ersten Mal dagegen wurde die israelische Pianistin Einav Yarden ausgezeichnet, sie spielte ein Album mit Sonaten von Joseph Haydn ein. Auch der virtuose Oud-Spieler Thimios Atzakas mit seinem Debüt-Album Udopia ist ein Newcomer, ebenso das junge Regensburger Klassiklabel TyxArt: Es überzeugte die Kammermusikjury mit wiederentdeckten Werken von Philipp Scharwenka, eingespielt durch die Geigerin Natalja Prishepenko und den Pianisten Oliver Triendl. Die Jury Lied prämierte das Berliner Entdeckerlabel bastille musique für eine Aufnahme mit Goetheliedern von Wolfgang Rihm, gesungen von Hans Christoph Begemann. Die Jazz-Juroren setzten auf bewährte Qualität, mit Early Discoveries der Gebrüder Albert und Emil Mangelsdorff sowie dem ECM-Album In Movement, für das sich Schlagzeuger Jack DeJohnette ein neues Trio zusammenstellte. Und auch Henrik Freischlader hat sich ein neues Trio gesucht, für sein preisgekröntes Projekt Openness. Schließlich: Die Jurorinnen der Kategorie Kinderhörbuch. Sie schlossen sich dem Motto von Bär und Krähe an, aus Martin Baltscheits bezaubernder Produktion: Die Sonne scheint für uns alle.

Außerdem unter den Besten der Besten dieses Quartals: Der Singer/Songwriter Danny Dziuk und sein Album Wer auch immer, was auch immer, wo auch immer; das WDR-Sinfonieorchester und Peter Hirsch mit Werken von B. A. Zimmermann; eine Hommage an den Organisten und Orgelkomponisten Nicolas de Grigny; die Hörspielmacher Leonhard Koppelmann und Hermann Kretzschmar mit Manhattan Transfer; das Trio Benares mit dem Album Assi Ghat; der Filmemacher Georg Wübbolt mit einer Dokumentation über Leonard Bernstein; Filmkomponist John Debney mit dem Soundtrack für The Jungle Book; die Band Long Distance Calling mit dem Album Trips sowie Paging Mr. Proust, ein Wurf von Gary Louris und The Jayhawks.

icon Bestenliste 3-2016


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Ehrenpreis verliehen an die Berliner Jazz-Legende Coco Schumann

Ehrenpreis 2015 in Berlin  an Coco Schumann. Foto: Bärbel Petersen Berlin. Coco Schumann nahm in Berlin-Charlottenburg einen der drei vom Preis der deutschen Schallplattenkritik e. V. 2015 ausgelobten Ehrenpreise entgegen. Geehrt wurde damit das gesamte Lebenswerk Coco Schumanns. Der 92-jährige Swing-Musiker, über dessen Leben die Hamburger Kammerspiele 2012 ein Theaterstück machten, feierte die Auszeichnung im Kreise seiner Familie, enger Freunde und Weggefährten. Als Vertreter des PdSK würdigte Juror Albrecht Thiemann den Gitarristen, den es bis ins hohe Alter auf die Bühne zog, mit einer Laudatio, überreichte Urkunde und Blumen. Heute lebt Coco Schumann in einem Berliner Seniorenheim. Foto: Bärbel Petersen

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Jahrespreisverleihung für die Produktion „Magic Kamancheh“ beim Abschlusskonzert des Rudolstadt-Festivals

Jahrespreis an Bernhard Hanneken beim Rudolstadt-Festival (Foto: Frank Szafinski) Rudolstadt. Rund 90 000 Besucher hatte das alljährlich im Juli - und nun schon zum 26. Mal - stattfindende Festival diesmal in die thüringische Stadt am Saalebogen gelockt. Das Rudolstadt-Festival gilt als Deutschlands größtes Folk- Roots-Weltmusik-Festival. Am letzten Tag, am Sonntag, dem 10. Juli, nahm in diesem Rahmen Bernhard Hanneken (r.), Produzent und Autor der vom Preis der deutschen Schallplattenkritik e. V. 2015 mit einem Jahrespreis bedachten NoEthno-CD Magic Kamancheh: Die Streichlauten 1- Asien bei sommerlichen Temperaturen und vor einem begeisterten Publikum diesen Jahrespreis entgegen. Ausgezeichnet wurde diese Produktion in der Sparte „Traditionelle ethnische Musik“. Das kleine Label NoEthno hatte sich mit diesem Projekt (4 CDs plus DVD) einer großen Herausforderung gestellt. „Das (…) Werk zu den Streichinstrumenten Asiens stellt alles in den Schatten, was man bisher auf diesem Sektor kannte: eine unglaubliche Fülle von Bildern, Texten, Namen und Klängen tut sich auf,“ wie es in der Jury-Begründung heißt. Bernhard Hanneken, der zugleich künstlerischer Leiter des Rudolstadt-Festivals ist, wurde von der Festival-Gemeinde mit viel Beifall geehrt. Die Laudatio für den Preis der deutschen Schallplattenkritik e. V. hielt PdSK-Juror Dr. Jan Reichow (l.). Er überreichte auch die Urkunde und wies dabei noch einmal auf die besondere Bedeutung dieses unabhängigen und nicht kommerziell ausgerichteten Kritikerpreises hin. (Foto: Frank Szafinski)


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Jahrespreisverleihung an den Pianisten Ronald Brautigam

Jahrespreisverleihung an Ronald Brautigam. Foto: Schmelz FotodesignWürzburg. Ronald Brautigam – vielseitig und virtuos -  gilt aber auch als einer der derzeit bedeutenden Hammerklavierspezialisten. Für seine überragende Gesamteinspielung der 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, erschienen auf dem schwedischen Label BIS, hatte ihn der Preis der deutschen Schallplattenkritik PdSK e.V.) 2015 mit einem Jahrespreis ausgezeichnet. Insbesondere hervorgehoben wurden dabei Ronald Brautigams „unvergleichlich klare, in Dynamik und Artikulation vitale und architektonisch kluge Interpretationen“ (wie es in der Jurybegründung heißt). Anlässlich seines Auftritts am 29. Juni beim Mozartfest Würzburg nahm der Pianist im würdevollen Rahmen des Kaisersaals der Würzburger Residenz aus den Händen von Sabine Fallenstein, Jurorin und stellvertretende Vorsitzende des PdSK, feierlich die Urkunde entgegen. Zuvor hatte Ronald Brautigam Mozarts Klavierkonzert C-Dur KV 246 gespielt – und war anschließend mit dem Konzert Es-Dur KV 449 zu hören. (Foto: Schmelz Fotodesign)


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Neue Longlist vom Preis der deutschen Schallplattenkritik

bestenlste-117px-transparentBonn. Der Preis der deutschen Schallplattenkritik (PdSK e.V.) stellt heute seine aktuelle Longlist vor. 149 Juroren aus 32 Fachjurys haben insgesamt 275 Titel (CDs, DVDs und Hörbücher), ausgewählt aus den Neuerscheinungen des letzten Quartals, in die engere Auswahl für die dritte Bestenliste 2016 nominiert. Die Bestenliste 3/2016 wird am 11. August veröffentlicht. icon Longlist 3.2016


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Jahrespreis für Vijay Iyer

Jahrespreis an Vijay Iyer (Foto: Ulla C. Binder)Berlin. Höhepunkt des in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindenden Berliner X-Jazz-Festivals war der Auftritt von Vijay Iyer. Nicht umsonst gilt dieser Klaviervirtuose, Amerikaner mit indischen Wurzeln, als einer der derzeit besten Jazzpianisten der Welt. Im Rahmen seines Konzertes am 6. Mai im Club Lido nahm Vijay Iyer einen Jahrespreis des Preises der deutschen Schallplattenkritik e. V. (PdSK) entgegen. Zugesprochen wurde ihm diese Auszeichnung von der Gesamtjury, vertreten durch den Jahresausschuss, für sein voriges Jahr beim Label ECM erschienenes Album „Break Stuff“. In der Jurybegründung  heißt es: „Aus gegensätzlichen Elementen gestaltet das Vijay Iyer Trio intensive Kompositionen, die aus der Geschichte des Jazz wie der europäischen Konzertmusik schöpfen“. Die Überreichung der Urkunde nahm, stellvertretend,  PdSK-Juror Lothar Jänichen vor. (Foto: Ulla C. Binder)


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François-Xavier Roth mit Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet

Jahrespreis an Francois-Xavier Roth (Foto: Claudia Höhne)Bonn. Im Anschluss an das Gastspiel seines Orchester „Les Siècles“  beim Hamburger Musikfest nahm der Dirigent François-Xavier Roth am 25. April 2016 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik  (PdSK e.V.) entgegen. Die Auszeichnung wurde überreicht vom Musikredakteur des Hamburger Abendblatts und PdSK-Juror Joachim Mischke, im Namen der Gesamtjury. Sie gilt insbesondere der Live-Produktion von zwei Werken Igor Strawinskys, die vor rund hundert Jahren Furore gemacht hatten: „Le Sacre du Printemps“ und „Petrouchka“, verlegt vom Label Actes Sud, im Vertrieb von harmonia mundi, eingespielt von Roth mit „Les Siècles“. In der Jury-Begründung heißt es: „Dank eines ausgewählten, zeitgenössischen Instrumentariums, hörbar vor allem bei den Bläsern, im Schlagwerk und Klavier, werden die archaische Wirkung und Strahlkraft der Musik neu erfahrbar.“ François-Xavier Roth ist sowohl Originalklang-Spezialist als auch ein ausgewiesener Kenner der zeitgenössischen Musik, er hat nicht nur „Les Siècles“ gegründet, sondern auch viele Donaueschinger Uraufführungen geleitet, als langjähriger Chefdirigent des SWR-Sinfonieorchesters. Außerdem leitet Roth seit kurzem das Gürzenich-Orchester in Köln. Diese  Bandbreite des Profils ist äußerst ungewöhnlich bei jüngeren Dirigenten seiner Generation. (Foto: Claudia Höhne)
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Quartette der Kritiker - Rückblick auf die erste Jahreshälfte 2016

Quartett der Kritiker beim Heidelberger Frühling. Foto: Angelika InhoffenBonn. Sein erstes Quartett der Kritiker veranstaltete der Preis der deutschen Schallplattenkritik PdSK e.V. heuer gemeinsam mit dem Heidelberger Frühling.  Aus Anlass des zwanzigjährigen Jubiläums dieses Festivals erörterte das Quartett der Kritiker – Spezial: Was ist ein Meisterwerk? Am 24. April 2016 diskutierten im Kammermusiksaal der Stadthalle Heidelberg die Juroren (v.l.) Peter Hagmann, Eleonore Büning, Ludolf Baucke und Hans Klaus Jungheinrich. Dazu gab es Musikbeispiele von Bach bis Stockhausen. Foto: Angelika Inhoffen


ludwigsburger-schlossfWeitere Stationen des Kritikerquartetts in den Folgemonaten  sind Ludwigsburg, Dresden, Mülheim an der Ruhr sowie – im Herbst – Berlin und Frankfurt.  So unterschiedlich wie die gastgebenden Festivals, Konzertveranstalter und Örtlichkeiten, so verschieden die Musikwerke. Am 12. Mai diskutierten die Juroren Eleonore Büning, Volker Hagedorn, Thomas Rübenacker und Christian Wildhagen im Schubartsaal (im Forum am Schlosspark, Ludwigsburg) symphonische Dichtungen von Richard Strauss. Im Rahmen der Ludwigsburger Schlossfestspiele spielte das Festspielorchester anschließend unter Leitung von Pietari Inkinen zwei dieser Werke, nämlich „Don Juan“ und „Till Eulenspiegel“, außerdem stand bei dem Konzert ein neues Klarinettenkonzert von Magnus Lindberg auf dem Programm, mit dem Solisten Kari Kriikku.

dresdner_musikfestspieleUm das Konzert für Violoncello a-moll op.129 von Robert Schumann ging es zum Abschluss der Dresdner Musikfestspiele im Juni. Jan Vogler, Cellist und Festspielintendant, war Solist der Matinee in der Semperoper, begleitet wurde er vom Dresdner Festspielorchester unter Leitung von Ivor Bolton. Tags zuvor, am 4. Juni, traf im Palais im Großen Garten das Quartett der Kritiker zusammen, um exemplarische Tonaufzeichnungen des Schumannschen Werks zu diskutieren. Es wirkten mit: Eleonore Büning, Sabine Fallenstein, Christian Kröber und Kai Luehrs-Kaiser.

klavierfestival_ruhrBeim Klavierfestival Ruhr tritt das Quartett der Kritiker seit vielen Jahren regelmäßig auf. Dieses Mal stand das Klavierwerk des Jubilars Max Regers auf dem Prüfstand, die Podiumsrunde fand am 7. Juni in der Stadthalle von Mülheim statt, mit den Juroren Eleonore Büning, Wolfram Goertz, Wolfgang Schreiber und Christoph Vratz, anschließend musizierten Igor Levit und Markus Becker Regers Beethoven- und Mozart-Variationen – letztere in der vierhändigen Version.
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Nachruf Matthias Inhoffen: Die stille Kraft des Zusammenhalts

matthias-1988Bonn, den 17. März 2016. Vor nicht ganz vier Wochen starb Matthias Inhoffen, nach langer, schwerer Krankheit. Viele Kollegen haben ihn als Juror im Pop/Rock-Bereich gekannt und geschätzt, aber auch als Redakteur von Stereoplay, als  Vorstandsmitglied und schließlich als unentbehrlicher Geschäftsführer des PdSK e.V., wobei ihm seine Frau Angelika im Team zur Seite stand.  Zur Trauerfeier am 4. März reisten die Juroren Ludolf Baucke, Lothar Brandt, Eleonore Büning, Christoph Hammer, Christian Kröber und Werner Stiefele nach Ludwigsburg, um Matthias die letzte Ehre zu erweisen. Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, aber überhaupt für alle, die seiner gedenken, sei hier ein Foto von Matthias veröffentlicht, aus der Zeit, als er frisch eingetreten war im PdSK, und dazu, mit freundlicher Erlaubnis,  der Nachruf, den Vorstandsmitglied Manfred Gillig-Degrave für die Musikwoche schrieb.

matthias2004„Der deutsche Musikjournalismus hat eine seiner verlässlichsten und profiliertesten Persönlichkeiten verloren: In der Nacht vom 19. auf den 20. Februar 2016 verstarb in Stuttgart nach langer, schwerer Krankheit der Musik- und Fachredakteur Matthias Inhoffen. Bis zuletzt wirkte er beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. (PdSK) mit, wo er von 1988 an als Juror, als Vorstandsmitglied und Schatzmeister und seit 2012 als Geschäftsführer aktiv war. Er war die Seele des Vereins, die stille Kraft des Zusammenhalts. Seit 1984 war er zudem Jurymitglied der Liederbestenliste.
Geboren am 18. Oktober 1951 in Freiburg im Breisgau, studierte Matthias Inhoffen an der Freiburger Universität Germanistik und Geschichte und engagierte sich in der Fachschaftsarbeit. Schon damals war der große, schlaksige Kommilitone mit dem weichen badischen Akzent ein Freund, auf den man zählen konnte. 1981 wechselte er in den Journalismus, um das Musikressort des HiFi-Magazins "stereoplay" bei der Stuttgarter Motor-Presse zu übernehmen - anstelle des elterlichen Fotofachgeschäfts in der Freiburger Innenstadt. Ab 1996 betreute er als freier Textchef mit stilistischem Feingefühl für die Motor-Presse das HiFi-Magazin "Audio" sowie diverse andere Zeitschriften. Seit 2010 war er als Textchef für den Fachverlag WEKA Media Publishing tätig.  Zudem machte er sich schon früh einen Namen als Musikjournalist, dessen Gehör bestens geschult war und dessen Horizont von den Beach Boys bis Jan Garbarek reichte. Dabei verstand er sich stets als Partner der Künstler und als Kommunikator von deren Kreativität.
Matthias Inhoffen war als Musikkritiker fair und kenntnisreich, als Textchef unbestechlich und penibel, als Mensch liebenswürdig und sanftmütig. Laute, schrille Töne waren nicht seine Art der Kommunikation. Er war ein bodenständiger, zuverlässiger Fachmann mit kritischem Blick, dessen Überzeugungskraft aus einer seltenen inneren Ruhe kam. Auf ihn war immer Verlass. Und selbst wenn es ihm sicher nicht immer blendend ging, ließ er sich das kaum anmerken. Die PdSK-Bestenliste für das zweite Quartal 2016 wollte er gern noch betreuen, wie so viele Bestenlisten davor. Doch daraus wurde nichts; der Krebs blieb am Ende nach jahrelangem Kampf Sieger. Matthias Inhoffen hinterlässt Frau und Sohn“  (Musikwoche, Manfred Gillig-Degrave)
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Jahrespreisverleihung an Thorbjørn Risager & The Black Tornado

Jahrespreisverleihung an Thorbjørn Risager & The Black TornadoBonn. Am Freitag, den 11. März, wurde der dänische Gitarrist und Sänger Thorbjørn Risager und seine Begleitformation The Black Tornado in Bonn für das Album „Too Many Roads“ mit einem Jahrespreis der Kritikervereinigung „Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.“ ausgezeichnet. Die Juroren begründen die Entscheidung unter anderem damit, dass der Kopenhagener Musiker "mit windgegerbter Stimme, knackig konzentrierten Gitarrensoli und der Energie seiner siebenköpfigen, von Bläsern dominierten Band im Rücken“ dem Blues „einen topmodernen Schliff“ verpasse und zudem „mit feinen Nuancen bei Produktion, Songwriting und instrumentaler Ausgestaltung“ demonstriere, „wie faszinierend vielfältig der Blues heute klingen kann“. Stellvertretend für die Gesamtjury des PdSK überreichte Juror Michael Seiz die Urkunde anlässlich eines vom WDR-Fernsehen aufgezeichneten Konzerts in der Bonner Musikkneipe „Harmonie“ (Foto: Albrecht Schmidt)
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Von Brahms bis Blues: Die zwölf Jahrespreise 2015 vom PdSK e.V.

jahrespreis-117px-transparentBonn. Der Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. gibt die Siegertitel bekannt, die mit einem Jahrespreis 2015 ausgezeichnet werden. Insgesamt waren 148 Produktionen, die in den letzten achtzehn Monaten herauskamen, von der Gesamtjury als herausragend evaluiert und für die Longlist nominiert worden, 12 davon machten das Rennen. Die Bandbreite der prämierten Genres reicht vom Streichquartett über die Barockoper bis zur Klaviersonate, von Black Music über Indie-Rock und Jazz bis hin zur Dichterlesung. Einen Jahrespreis erhalten 1.) das Ensemble red fish blue fish nebst Gästen für die fulminante Interpretation früher Schlagzeugstücke von Karlheinz Stockhausen (Mode Records/harmonia mundi); 2.) der Pianist Ronald Brautigam für seine bahnbrechende Lesart aller Beethovensonaten auf historischen Fortepianos (BIS Records/Klassik Center Kassel); 3.) das Artemis Quartett für seine maßstäbliche Brahmsinterpretation (Erato/Warner); 4.) der Dirigent Francois-Xavier Roth und sein Orchester Les Siècles für die historisch-kritische Lesart von Ballettmusiken Strawinskys (Actes Sud/harmonia mundi); 5.) Paul O’Dette und Stephen Stubbs sowie eine glänzende Sängercrew rund um Countertenor Philippe Jaroussky für die Gesamtaufnahme der Oper „Niobe“ von Agostino Steffani (Erato/Warner); 6.) das Vijay Iyer Trio für den ambitionierten Klavierjazz von „Break Stuff“ (ECM/Universal); 7.) Sebastian Sternal für die Grenzüberschreitungen mit seiner Symphonic Society (Traumton/Indigo); 8.) Thorbjørn Risager und seine Band The Black Tornado für den Bluesboogiesoul-Sound in „Too Many Roads“ (Ruf Records/in-akustik); 9.) die texanische Indie-Band Spoon für das Album „They Want My Soul“ (Anti/Indigo); 10.) Frank Ryle und Rob Hardt von Cool Million für den Modern Soul von „Sumthin’ Like This“ (Sedsoul/SPV); 11.) das Label NoEthno für die enzyklopädisch prachtvolle Dokumentation aller Streichlauten Asiens (NoEthno/Galileo); 12.) Ulrike Janssen und Norbert Wehr für die reich ausgestattete Edition der Originalaufnahmen des Kultautors, Poeten und  Sprachinstallateurs Thomas Kling (Lilienfeld Verlag).

Jahresausschuss PdSK 2015

Dem Jahresausschuss des PdSK e.V., dem es obliegt, Jahres- und Ehrenpreisträger sowie den neuen „Nachtigall“-Preisträger zu ermitteln, gehören in wechselnder Besetzung bis zu elf Fach-Juroren an. Im Jahresausschuss 2015 arbeiteten mit (v.l.n.r): Jan Reichow (Jury Traditionelle ethnische Musik, WDR, freier Autor), Jörg Wachsmuth (Jury Black Music, freier Musikjournalist, rap2soul), Werner Stiefele (Jury Jazz I, Fachjournalist für Jazz), Matthias Inhoffen (beratend), Sabine Fallenstein (Jury Cembalo & Orgel, SWR), Eleonore Büning (Jury Kammermusik, F.A.Z.), Torsten Fuchs (Jury Black Music, freier Musikjournalist, rap2soul), Norbert Hornig (Jury Konzerte, freier Musikjournalist, Fono Forum, Deutschlandfunk), Michael Kube (Jury Orchestermusik, Neue Schubert-Ausgabe), sitzend Albrecht Thiemann (Jury Lied, Opernwelt) und  Wolfgang Schiffer (Jury Hörbuch, WDR, Hörspieldramaturg, Buchautor). Nicht auf dem Foto: Susanne Benda (Jury Chormusik, Stuttgarter Nachrichten)

Die  Bekanntgabe der Ehrenpreisträger 2016 und der „Nachtigall“ 2016 erfolgt zeitnah, sobald das Jahr 2016 angebrochen ist. icon Jahrespreise 2015

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Jahrespreisverleihung an Christophe Rousset und Les Talens Lyriques

Christophe Rousset JahrespreisverleihungHamburg. Der aus Aix en Provence stammende Dirigent und Cembalist Christophe Rousset und sein Ensemble Les Talens Lyriques waren vom Preis der deutschen Schallplattenkritik für ihre Einspielung der Oper Phaéton von Jean-Baptiste Lully (harmonia mundi) mit einem der insgesamt 12 Jahrespreise 2014 ausgezeichnet worden. Im Rahmen eines Konzerts der NDR-Reihe „Das Alte Werk“ am 3. November 2015 überreichte PdSK-Jurorin Elisabeth Richter diesen Preis an Christophe Rousset in der Hamburger Laeiszhalle vor begeistertem Publikum. Sie gratulierte dem Künstler und ehrte ihn mit einer Urkunde. Les Talens Lyriques und Christophe Rousset werden laut Preisbegründung u. a. für ihr „saftig sprühendes Klangbild“ und „explosive Frische“ ausgezeichnet, was auch im Konzert bei Werken u. a. von François Couperin, Élisabeth Jacquet de la Guerre und Louis Nicolas Clerembeault zu hören war. (Foto: Claudia Höhne)

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Broschüre AUSGEZEICHNET! 2015 ist erschienen

PdSK-Broschüre Ausgezeichnet!Bonn. Die neueste Broschüre „Ausgezeichnet! 2015“ mit allen aktuellen Preisen und Bestenlisten des PdSK, samt Begründungstexten und einer Vorstellung der erweiterten Jury ist erschienen.

Eine Webversion ist als Download abrufbar.icon Ausgezeichnet! 2015




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