Bestenlisten

Mit einem Platz auf der Bestenliste werden vierteljährlich die besten und interessantesten Neuveröffentlichungen der vorangegangenen drei Monate ausgezeichnet. Bewertungskriterien sind künstlerische Qualität, Repertoirewert, Präsentation und Klangqualität. Die Longlists sind ab 2014 direkt bei jeder Bestenliste hinterlegt.

NEU: Longlist 2/2024, veröffentlicht am 5. April 2024

Bestenlisten

Kammermusik

From Vienna to Hollywood

Fritz Kreisler: Streichquartett, Erich Wolfgang Korngold: Streichquartett Nr. 3, 3 Stücke aus »Much ado about nothing« op.11. Hegel Quartet. SACD, Ars Production ARS 38 345 (Note 1)

Sie waren beide Wiener Wunderkinder und Emigranten in den USA. Ihre beiden hier eingespielten Werke entstanden an historischen Schnittstellen: Kreislers einziges Streichquartett 1919, Korngolds drittes Quartett 1945. Das Hegelquartett aus Stuttgart hat diese Werke der Überlebenskunst zwischen Trauer, Erinnerung, Hoffnung und Lebensfreude idealerweise gekoppelt. Dabei hat das Quartett an all den geforderten Stilebenen der Musik zwischen Himmel und Erde selbst das größte Vergnügen. Es schwelgt in Salonmusik ebenso wie in Konstruktion und Espressivo, womit Korngold das erste Streichquartett von Schönberg herbei ruft: Wien bleibt Wien, trotz Hollywood. Für die Jury: Lotte Thaler

Kammermusik

Figurations

Béla Bartók: Suite op.14, Maurice Ravel: Ma Mère l’Oye, Walter Feldmann: figurations de mémoire, Claude Debussy: Suite Bergamasque. BlattWerk Quintett. Schweizer Fonogramm 7629999248137 (Direktvertrieb)

Geprägt vom work-in-progress: Diesen positiven Eindruck vermittelt das BlattWerk Quintett. Erst im Moment des Spielens scheinen diese Musiker neu zu erfinden, was sie an Farben und Impulsen in die Musik hineingeben. Alles ist klug arrangiert, auch wohl didaktisch; und macht doch Lust darauf, Neues kennenzulernen. Die Bearbeitung von Ravels »Ma Mère l’Oye« wirkt wie ein Bilderbuch in Pastelltönen, das die Sinne öffnet für all die Luftgebilde und Schwebungen, denen Walter Feldmann im titelgebenden Werk Figur verleiht: »figurations de mémoire« ist ein Hubble-Teleskop für Ohren, durch das man in tieftönige schwarze Löcher hineinlauschen kann. Für die Jury: Julia Kaiser

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