Ehrenurkunden vergibt der „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ an herausragende Persönlichkeiten, die sich als Interpreten, Künstler oder Produzenten um die Musikaufzeichnung auf Ton- und Bildtonträgern besonders verdient gemacht haben.

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Ehrenpreise 2019

Hervé Niquet

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Seine Aufnahmen barocker Bühnenwerke stehen längst in jedem CD- und DVD-Regal. Doch Hervé Niquet ist weit mehr als nur ein sogenannter Alte-Musik-Spezialist der zweiten Generation. Er bewirkt als Dirigent, Sänger, Cembalist, Organist, Festivaldirektor und langjähriger Leiter des Ensembles „Le Concert Spirituel“ allemal Außerordentliches, wenn es um die Wiederentdeckung verlorener Schätze geht. Als Vollblutmusiker und Theatermann weiß er aber auch in Henry Purcells „King Arthur“ mit einem Couplet à la Offenbach das Publikum aufzumischen, als entdeckungsfreudiger Enzyklopädist französischer Prägung spürt er dem schwergewichtigen Repertoire abseits des Mainstreams nach. Dazu gehören die Grands Motets von Lully über Campra und Charpentier bis Rameau ebenso wie die Orchestermusik von Rompreisträgern wie Gounod, Dukas oder Debussy, die er in Zusammenarbeit mit dem Musikzentrum Palazzetto Bru Zane für den Belgischen Rundfunk einspielt. Der großen französischen Musiktradition hat Hervé Niquet ganz neue europäische Resonanzräume eröffnet. (Für den Jahresausschuss: Max Nyffeler)


Eva Mair-Holmes

ep2019-mair-holmes-eva-trikont-webWenn im Jahr 2018 ein cooler, lokalpatriotischer Sampler mit der bayerischen Hauptstadt München im Fokus erscheint, muss man keine Angst haben: Alles, was das Trikont Label veröffentlicht, zeugt von Weltoffenheit und Lokalstolz gleichermaßen. Internationalismus paart sich hier mit Rootsforschung und lässt das Sortiment mit jeder Neuveröffentlichung zu einem libertären Weltkulturerbe der Extraklasse heranwachsen. Eva Mair-Holmes betreibt Verlag und Musiklabel in Fortsetzung des als Kollektiv in den sechziger Jahren begonnenen Unternehmens, nachdem ihr Partner und Ehemann Achim Bergmann im März 2018 verstarb. Mit Überzeugung, Unerschrockenheit und Erfahrung garantiert sie den Erhalt eines einflussreichen Sortiments zwischen bayerischer Alm und karibischen Stränden, historischem Goldgräbertum und zeitgemäßer Innovation, dokumentiert auf zahlreichen Compilation-Alben, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu den Highlights editorialer Verlegerarbeit zählen. Trikont ist eines der ältesten Indie-Label der Welt, das Firmen-Motto „Our own Voice“ ein Leuchtturm deutscher Musikkultur. Für dessen Qualität und Bestand steht Eva Mair-Holmes. (Für den Jahresausschuss: Christine Heise)


Klaus Voormann

ep2019-voormann-klaus-web Musikgeschichte schrieb der studierte Grafikdesigner nicht nur mit seinem Cover für das Beatles-Album „Revolver“, für das er 1967 einen Grammy erhielt. Er arbeitete als Grafiker unter anderem für die Bee Gees, für Paul McCartney, die norwegischen Death-Punker Turbonegro und die deutsche Band Fool’s Garden. Als Bassist spielte er in den Sechzigern zunächst in der Band von Manfred Mann, bald war er als Studiomusiker gefragt, der unter anderem an Produktionen von John Lennon, Ringo Starr, George Harrison, Lou Reed, Randy Newman, Nilsson und B.B. King mitwirkte. Als Produzent zeichnete er für den Welthit „Da Da Da“ von Trio verantwortlich und arbeitete mit Künstlern wie Marius Müller-Westernhagen und Heinz Rudolf Kunze zusammen. Sein erstes Soloalbum erschien 2009, da war Klaus Voormann schon 71 Jahre jung. Der Titel „A Sideman’s Journey“ bezieht sich mit der für ihn typischen Bescheidenheit auf die Rolle als Gastmusiker, die er bei den diversen Projekten seiner Künstlerfreunde spielte. Wie kaum ein anderer verkörpert Klaus Voormann den verlässlichen Kumpel, der sich nicht in den Vordergrund drängt und doch – dank seiner Kunst – unverzichtbar ist. Er bleibt stets geerdet und unbestechlich, eine große Ausnahmepersönlichkeit in der Welt der Popmusik. (Für den Jahresausschuss: Manfred Gillig-Degrave)


Ehrenpreisträger 1968 bis 2018

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