Ehrenpreise

Ehrenpreise in Form von Urkunden vergibt der Jahresausschuss des PdSK e.V. an herausragende Persönlichkeiten, die sich als Interpreten, Künstler oder Produzenten um die Musikaufzeichnung auf Ton- und Bildtonträgern besonders verdient gemacht haben.

Produzent/in

Ute Kleeberg  © Eva Brandecker
© Eva Brandecker

Ute Kleeberg

Vor einem Vierteljahrhundert hatte Ute Kleeberg eine revolutionäre Idee: Sie erzählte den Kindern wieder alte Märchen. Und spielte ihnen an all den Stellen, an denen sich ein Fenster öffnet ins Reich der Fantasie, allerhand rare, romantische Kammermusikstücke vor. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Klarinettisten Uwe Stoffel, gründete sie die Edition See-Igel. Mehr als vierzig Kinderhörbücher sind seither entstanden, mit erstklassigen Sprechern, zauberhaften Musiken, professionell eingespielt, vom Feinsten. Einige der von Ute Kleeberg selbst erfundenen Geschichten sind längst zu Klassikern geworden, etwa »Sternenstaub« (1995). Andere, bekannte Märchen schrieb sie behutsam um, z.B. »Das tapfere Schneiderlein« (2020). Stets greifen Sprache und Musik so leicht und selbstverständlich ineinander, als wäre das gar keine Kunst. Immer werden die Kinder ernst genommen. Aber auch die Poesie kommt zu ihrem Recht, auch die Musik. Es hagelte schon viele schöne Preise für diese Exzellenz. Mehrfach standen Kleebergs Produktionen auf den Bestenlisten. Aber jetzt, endlich, gibt es den PdSK-Ehrenpreis, für die gesamte Edition. Für den Jahresausschuss: Eleonore Büning

Da nicht absehbar ist, wann wir unsere Preisträgerin live feiern und ehren können, wird die offizielle Laudatio für Ute Kleeberg auf YouTube verlesen.

Jazz, Rock, Pop

Nils Wogram  © Ayse Yavas
© Ayse Yavas

Nils Wogram

Nils Wogram ist eine singuläre Erscheinung unter den Jazzmusikern seiner Generation – als Virtuose, Komponist und Bandleader. Sein Quartett »Root ’70« gilt mit der eigensinnigen Bewegung innerhalb und jenseits der Jazz-Tradition als eine der stilistisch variabelsten, einflussreichsten Formationen des jüngeren europäischen Jazz, wie die Anniversary Box jüngst eindrucksvoll dokumentierte – auf Wograms eigenem Label. Darüber hinaus trat er in weiteren Formationen auf, arbeitete etwa als Bandleader im Nostalgia Trio und im Vertigo Trombone Quartet mit und spielte, in einer eindrucksvollen Reihe von Duo-Kooperationen, mit dem Posaunisten Konrad Bauer, dem Pianisten Simon Nabatov und dem Gitarristen Helmut »Joe« Sachse. Die Zeit der abgesagten Konzerte hat er genutzt, um das Posaune-Solo-Projekt »Bright Lights« einzuspielen, das seine spieltechnische Virtuosität ebenso beweist wie seine souveräne Reife als Komponist und als Musik-Denker. Für den Jahresausschuss: Hans-Jürgen Linke

Da nicht absehbar ist, wann wir unseren Preisträger live feiern und ehren können, wird die offizielle Laudatio für Nils Wogram auf YouTube verlesen.

Klassik

Max Emanuel Cenčić  © Lukasz Rajchert
© Lukasz Rajchert

Max Emanuel Cenčić

Normalerweise bekommt diesen Ehrenpreis ein einziger Klassikkünstler, für sein »Lebenswerk«. Bei Max Emanuel Cenčić, gebürtig aus Kroatien, inzwischen längst eingemeindeter Wiener mit Zweitwohnsitz in Madrid, scheint es sich freilich um eine multiple Persönlichkeit zu handeln. Schon als Sechsjähriger begeisterte er als strahlend kraftvoller Knabensopran mit der Arie der Königin der Nacht. Und wandelte sich stimmbruchlos nach einem Intermezzo bei den Wiener Sängerknaben – sogar in der »Zauberflöte« von George Solti ist er dabei – in einen Sopranisten, später dann in einen Countertenor, der in schwierigsten Fachpartien mit extrovertierter Persönlichkeit imponiert. Auch auf vielen CDs, die er sich von Anfang an selbst organisiert hat. Außerdem ist er: Regisseur, Plattenproduzent, Agenturbesitzer, Impresario – und neuerdings Intendant des Festivals »Bayreuth Baroque«, welches das glamourös restaurierte Markgräfliche Opernhaus mit Da-Capo-Arien belebt. Wieder überrascht Max Emanuel Cenčić mit Exzellenz und Innovation. Ein Preis für alle Cenčićs ist da mehr als gerechtfertigt! Für den Jahresausschuss: Manuel Brug

Da nicht absehbar ist, wann wir unseren Preisträger live feiern und ehren können, wird die offizielle Laudatio für Max Emanuel Cenčić auf YouTube verlesen.

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