Ehrenpreise

Ehrenpreise in Form von Urkunden vergibt der Jahresausschuss des PdSK e.V. an herausragende Persönlichkeiten, die sich als Interpreten, Künstler oder Produzenten um die Musikaufzeichnung auf Ton- und Bildtonträgern besonders verdient gemacht haben.

Jazz, Rock, Pop

Anouar Brahem  © Marco Borggreve
© Marco Borggreve

Anouar Brahem

Anouar Brahems Kunst entfaltet sich auf vielfältige Weise: wenn er die aus Vorderasien stammende Kurzhalslaute Oud solistisch spielt oder im Zusammenklang mit Musikerinnen und Musikern sowie in der Begegnung mit außereuropäischen Kulturen. Der in Tunesien geborene Künstler arbeitet dabei mit bedeutenden Vertretern verschiedenster Stilrichtungen zusammen und zeigt eindrucksvoll, wie sich der Klang der Oud mit dem anderer Instrumente zu einem harmonischen Ganzen verbindet. Brahem ist ein Grenzgänger, dessen Werk sich gängigen Kategorien wie Weltmusik, ethnische Musik oder Jazz entzieht. Er geht stets seinen eigenwilligen, experimentierfreudigen Weg, auf dem sich arabische und europäische Klänge ebenso begegnen wie improvisatorische Einflüsse des Jazz finden. Seine Musik klingt nicht forciert oder dramatisch, sondern ruhig und meditativ – sie lebt von der Magie des Augenblicks. Anouar Brahem lotet unermüdlich die Ausdrucksmöglichkeiten seines Instruments aus – in eindringlichen Erkundungen, die wir uns noch lange von ihm wünschen. Für den Jahresausschuss: Helge Grünewald

Jazz, Rock, Pop

Jennifer Weist  © Viktor Schanz
© Viktor Schanz

Jennifer Weist

Jennifer Weist alias Yaenniver steht mit ihrer Musik für den Mut, laut zu sein, wo Schweigen (für Täter) bequemer wäre. Sie kämpft als »angry woman« gegen Machtmissbrauch und Sexismus in der Musikbranche, gegen sexualisierte Gewalt und gegen das Patriarchat. In einer Branche, die oft genug Gefällig-sein belohnt und widerständige Stimmen unterdrückt, bleibt Jennifer Weist unbeirrbar-deutlich. Auch wenn sie das nie sein wollte: Sie ist ein feministisches Vorbild. Denn sie verhandelt in ihren Texten unbeugsam (weibliche) Wut, Selbstbestimmung und, auch das, Verletzlichkeit. Ihre außergewöhnlich vielseitige und starke Gesangsstimme, ihre Bühnenpräsenz und ihre klare Haltung gegen Nationalismus – all das macht Jennifer Weist zu einer der wichtigsten deutschsprachigen Sängerinnen. Vor vielen Jahren sang sie im Song »Himalaya« als Frontsängerin der Band Jennifer Rostock: »Und ich bin immer noch hier«. Das gilt weiterhin. Zum Glück. Für den Jahresausschuss: Nastassja von der Weiden

Jetzt Spenden

Open