Jahrespreise

Einmal jährlich trifft sich der Jahresausschuss des PdSK e.V., um zehn Jahrespreise für die besten Produktionen des zurückliegenden Jahres zu bestimmen. Im Jahresausschuss arbeiten zehn Jurorinnen und Juroren aus verschiedenen Fachjurys zusammen. Die Besetzung des Jahresausschusses rotiert. Die Nominierungen für evtl. Jahrespreise obliegen der Gesamtheit aller Jurorinnen und Juroren. Jahrespreise werden im Rahmen öffentlicher Konzertauftritte oder Literaturlesungen (im Bereich Wortkunst) an die Preisträger verliehen.

Die Longlists sind ab 2014 direkt bei jedem Preisträgerjahrgang hinterlegt.

Jahrespreise

Paul O’Dette, Stephen Stubbs

Agostino Steffani: Niobe, Regina di Tebe. Philippe Jaroussky, Karina Gauvin u.a. Boston Early Music Festival Orchestra, Paul O’Dette, Stephen Stubbs. Erato 2564634354 (Warner)

Langeweile gibt es bei Agostino Steffani und seiner 1688 uraufgeführten »Niobe« nicht. Der Komponist, nebenbei auch ein geschickter Politiker und einflussreicher Bischof, setzt den Perspektivenwechseln, die andere Zeitgenossen, beispielsweise Georg Friedrich Händel, in ihren Opernarien durch Wiederholung erreichten, entschieden kleingliedrige Formen, eine unmittelbare Theatralik und reiche Abwechslung entgegen. All dies fängt die Gesamtaufnahme des Boston Early Music Festival auf packende und plastische Weise ein. Paul O’Dette und Stephen Stubbs schulten das Festivalorchester sorgsam in Belangen der französischen Tanzrhythmik wie auch der Klangfarbgebung. Unter den Sängern sorgen Karina Gauvin mit ihrer facettenreichen Gestaltung der Titelpartie, Philippe Jaroussky als überzeugend amtsmüder Anfione sowie Amanda Forsythe mit ihrem strahlend-beweglichen Sopran für hohe interpretatorische Empathie. Allein die Todesarien des Königspaares sind, mit hörbar versteinerten Tränen und tropfendem Herzblut, Wunderwerke prallbarocker Bildlichkeit. Für den Jahresausschuss: Susanne Benda

Der Jahrespreis wurde im Rahmen eines Konzerts am 5. Februar 2017 im Sendesaal Bremen überreicht.

François-Xavier Roth

Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps, Petrouchka. Les Siècles, François-Xavier Roth. Actes Sud ASM 15 (harmonia mundi)

Wirkliche Skandale sind im heutigen Musikleben selten geworden, im klassischen Konzertsaal gibt es sie schon lange nicht mehr. Kein Wunder also, dass 2013 aller Orten die revolutionäre Ballettmusik »Le Sacre du Printemps« von Igor Strawinsky gefeiert wurde – eine Komposition, die vor einhundert Jahren schärfsten Widerspruch hervorrief, einen legendären Skandal auslöste, aber alsbald zur strahlenden Ikone der Moderne avancierte. Unter den aus diesem Anlass erschienenen Mitschnitten, Neuproduktionen und Wiederveröffentlichungen ragt die Live- Einspielung mit dem Ensemble Les Siècles unter François-Xavier Roth heraus. Roth legt seiner Lesart die ursprüngliche Fassung der später vom Komponisten überarbeiteten Partitur zugrunde. Dank eines ausgewählten, zeitgenössischen Instrumentariums, hörbar vor allem bei den Bläsern, im Schlagwerk und Klavier, werden die archaische Wirkung und Strahlkraft der Musik neu erfahrbar. Überdies gelingt es, einen Farbfächer zu entfalten, der neben feinsten Abstufungen auch gleißend feurige wie grotesk fröstelnde Extreme kennt. Roths dynamisch weit aufgespannte Interpretation folgt den dramatischen Bögen, im »Sacre« ebenso wie auch bei der in der Version von 1911 gespielten »Petrouchka«-Musik. Für den Jahresausschuss: Michael Kube

Ronald Brautigam

Ludwig van Beethoven: Sämtliche Klaviersonaten. Ronald Brautigam. 9 SACDs, BIS SACD-2000 (Klassik Center)

Diese Gesamteinspielung, die Ronald Brautigams zwischen 2004 und 2010 erschienene Einzel- SACDs mit Ludwig van Beethovens zweiunddreißig Klaviersonaten inklusive der frühen Stücke ohne Opuszahl in einer Box vereint, fördert die Legendenbildung bereits zu Lebzeiten. Denn Brautigam, zeitweilig Schüler von Rudolf Serkin, ist führend unter den Interpreten, die historische und moderne Tasteninstrumente gleichermaßen spielen. Es ist der Einsatz herausragender Nachbauten historischer Fortepiano-Instrumente aus der Zeit zwischen 1788 und 1819, die der Amerikaner Paul McNulty schuf, eine klangästhetisch wie auch stilistisch höchsten Ansprüchen genügende Aufnahmetechnik. Und es sind zumal Brautigams unvergleichlich klare, in Dynamik und Artikulation vitale und architektonisch kluge Interpretationen, die diese Kompilation auszeichnen. Brautigam reiht sich damit ein in die Reihe großer Pianisten, die (auch) an ihrer Beethoven-Lesart gemessen werden. Für den Jahresausschuss: Sabine Fallenstein

Der Jahrespreis wurde an Ronald Brautigam am 29. Juni 2016 im Rahmen eines Auftritts beim Mozartfest Würzburg verliehen.

Artemis Quartett

Johannes Brahms: Streichquartette c-moll op. 51,1 & B-Dur op. 67. Artemis Quartett. Erato 0825646 126637 (Warner)

Einzigartig ist diese glutvolle Brahms-Lesart, in mehrfacher Hinsicht. Das Album kann als ein Epitaph gehört werden, zugleich aber auch als ein Wegweiser, es ist ein Dokument des Abschieds ebenso wie das eines Triumphs. Für Friedemann Weigle, der seit acht Jahren die Viola spielte in dieser international führenden Quartettformation, war die 2014 im Studio entstandene Aufnahme der Quartette op. 51,1 und op. 67 von Johannes Brahms die letzte. Er starb wenige Wochen vor der Veröffentlichung. Weigle hatte das Klangbild des Quartetts seit 2007 maßgeblich von den Mittelstimmen aus geprägt, mit seinem individuell sprechenden, starken Ton, mit großer Stilsicherheit, mit seinem »Beat«. Ihm widmete das Artemis Quartett, das sich seit seiner Gründung schon so schicksalhaft oft hat häuten und die Besetzung wechseln müssen, diese Aufnahme zum Gedächtnis. Triumphal aber, vielleicht gerade dank der Überwindung einer solchen Häutung, wirkt die beseelte, selbstbewusst-symbiotische Aura dieser Produktion. Und wegweisend ist der transparente, biegsame, leichte Tonfall im Umgang mit Brahms, das klare Ja zu Vibrato, Expression, Romantik. Für den Jahresausschuss: Eleonore Büning

Der Jahrespreis wurde dem Artemis Quartet am 24. November 2016 im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie überreicht.

red fish blue fish

Karlheinz Stockhausen: Complete Early Percussion Works. James Avery, Steven Schick, Ensemble »red fish blue fish« u.a. Mode Records 274 DVD, 274/275 zwei CDs (harmonia mundi)

Diese Einspielung entstand fünfzig Jahre nach der Brüsseler Uraufführung von Karlheinz Stockhausens »Mikrophonie«, komponiert für Tamtam, zwei Mikrophone, zwei Filter und Regler. Das Werk verbindet reale und elektronische Klänge – eine Pionierarbeit. Dabei arbeitet das sechsköpfige Ensemble »red fish blue fish« wie eine bestens trainierte Gruppe musikalischer Kardiologen, die den Herzschlag des Tamtams abhorcht und dieses Instrument, einschließlich mannigfaltigster Resonanzen, zum Schauplatz eines perkussiven Welttheaters macht, mit donnernden, gleißenden, schwirrenden, sirrenden Klängen. Der vom Schlagzeuger Steven Schick entgegen dem Uhrzeigersinn hinreißend gespielte »Zyklus« erkundet die Skala zwischen Ton und Geräusch, und »Kontakte« für elektronische Klänge, Klavier und Schlagzeug mit Schick und James Avery faszinieren ebenfalls als ein Meilenstein der Moderne. So wird die Rolle Stockhausens als kühner Avantgardist mustergültig veranschaulicht, auf DVD sogar mehrkanalig und optisch. Für den Jahresausschuss: Ludolf Baucke

Der Jahrespreis wurde an Schlagzeuger Steven Schick im Rahmen eines Livekonzerts in Freiburg am 26. April 2017 überreicht.

Ulrike Janssen & Norbert Wehr (Hrsg.)

Thomas Kling – Die gebrannte Performance. Lesungen von Thomas Kling, Gespräche mit Gabriele Weingartner und Hans Jürgen Balmes. 4 CDs mit Begleitband, Schriftenreihe der Kunststiftung NRW Literatur, Band 5, Lilienfeld Verlag ISBN 978-3-940357-49-6

Der Dichter Thomas Kling, der am 1. April 2005 siebenundvierzigjährig starb, ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschsprachigen Poesie seiner Zeit. Mit seiner Sprachgewalt markierte er eine neue, für viele seiner Generation wegweisende lyrische Position. Dazu tritt eine Vortragskunst, die sich dieser Texte wie einer Partitur bedient, sie auf der breiten Skala von Tempi und Lautstärken choreographiert und den Dichter noch zu Lebzeiten zum Kultautor werden ließ. Die Herausgeber Ulrike Janssen und Norbert Wehr haben aus mehr als achtzig Stunden Originalton-Material, aus Rundfunkaufzeichnungen und privaten Mitschnitten die markantesten Beispiele dieser vom Dichter selbst als »Sprachinstallation« benannten Kunst der Performance zusammengestellt und um zwei aufschlussreiche Gespräche sowie um einen Begleitband, u.a. mit Fotos und den Stimmen von Dichterkollegen und Weggefährten, ergänzt. Die Kunststiftung NRW und der Lilienfeld Verlag ermöglichten die Veröffentlichung dieser einzigartigen Dokumente. Als Genre kommt das Hörbuch hier zu seinem eigentlichen Sinn: Es beschenkt den Hörer mit etwas, das ihm nur auf diese Weise zuteil werden kann. Für den Jahresausschuss: Wolfgang Schiffer

Der Jahrespreis wurde im Rahmen der Leipziger Buchmesse am 18. März 2016 verliehen.

Spoon

They Want My Soul. Anti 7377-2 (Indigo)

Man könnte sagen, diese Formation aus Austin, Texas, hat die Weisheit des Rock mit Löffeln gefressen. Mit »They Want My Soul« befinden sich Spoon auf dem Höhepunkt ihres Könnens, sie bereichern die aktuelle Rock-Stilistik um eine so zugängliche wie faszinierende Variante. Dieses achte Album des famosen Quintetts um die Gründungsmitglieder Britt Daniel und Jim Eno ist zugleich das abwechslungsreichste und bisher beste: Indie-Rock trifft Mainstream. Sparsam setzen die Musiker ihre Instrumente ein, von Gitarren bis Keyboards. Nach wie vor spielen Spoon einen eher trockenen Beat. Der von stoischer Präzision getriebene Takt bringt eine Portion kreative Unruhe ins Geschehen, die äußerst sorgfältige Produktion verleiht dem Bandsound beschwingten Touch und erstaunliches Volumen. Über dem schlanken Grundgerüst erhebt sich die charakteristische spröde Stimme von Britt Daniel. Der Name der Gruppe ist inspiriert von dem 1971 veröffentlichten Song »Spoon« der Gruppe Can, der als Titelmelodie der Krimiserie »Das Messer« Berühmtheit erlangte. Für den Jahresausschuss: Jörg Wachsmuth

Cool Million

Sumthin’ Like This. SedSoul 223002 (SPV)

Als Rob Hardt von der Longlist-Nominierung erfuhr, freute er sich spontan, nun auch in seiner Heimat Anerkennung zu erfahren. Sechzig Kilometer nördlich der Freien Hansestadt Bremen liegt der Ankerplatz einer Art »Achse des Guten«, wenn es um feine Black Music geht. Hier liegt die Werft von Cool Million. Die Kapitäne Frank Ryle und Rob Hardt wohnen in Kopenhagen beziehungsweise Bremerhaven. Sie stehen auf der Kommandobrücke und hieven Beiboote aus der internationalen Soul-Szene wie Laura Jackson, Eli Thompson, Janine Johnson und Natasha Watts an Bord. Unter diesen Koordinaten entstand auch das Album »Sumthin’ Like This«. Es ist das vierte der Band, bietet Soul und Funk auf der Höhe der Zeit und einen über jeden Zweifel erhabenen und samplebefreiten R&B. Cool Million lassen mit intelligentem Songwriting, Raffinesse und Seele viele aktuelle Veröffentlichungen aus dem US-Mutterland dieser Musik alt aussehen, sie manövrieren stets nach dem Motto »Take soul back to the future«. Für den Jahresausschuss: Torsten Fuchs

Der Jahrespreis wurde an Frank Ryle und Rob Hardt im Rahmen des vierten Soulfood-Festivals am 5. November 2016 in der Stadthalle Bremerhaven überreicht.

Vijay Iyer Trio

Break Stuff. ECM New Series 470 8937 (Universal)

Filigrane Verästelung und Powerplay, Hochgeschwindigkeit und Langsamkeit, Harmonieseligkeit und Dissonanz: Aus gegensätzlichen Elementen gestaltet das Vijay Iyer Trio intensive Kompositionen, die aus der Geschichte des Jazz wie der europäischen Konzertmusik schöpfen. Unter den zwölf Stücken finden sich Konzentrate aus Iyers Suite »Break Stuff«, die er für das New Yorker Museum of Modern Art komponiert hatte, aber auch aus »Open City«, das für ein Projekt mit dem Dichter Teju Cole entstand. Iyer, der Pianist, ist Amerikaner mit indischen Wurzeln. Zusammen mit Schlagzeuger Marcus Gilmore und Kontrabassist Stephan Crump vereint er die Freiheiten nach Bop, New Thing und Ethno-Jazz zu einem historisch informierten Konzept, in dem alles enthalten ist, aber nichts explizit nach vorn gerückt wird. Wenn das Trio Thelonious Monks »Work« und John Coltranes »Countdown« bearbeitet, baut es die Stücke völlig neu auf. Das Album steht für eine Tendenz, mit zeitgenössischem Jazz aus der Heimstätte der Clubs auszubrechen und sich in Museen und Konzertsälen zu etablieren. Für den Jahresausschuss: Werner Stiefele

Vijay Iyer nahm den Jahrespreis im Rahmen seines Konzertes am 6. Mai 2016 im Club Lido in Berlin entgegen.

Sebastian Sternal

Sternal Symphonic Society: Volume 2. Traumton 4616 (Indigo)

Mit seiner Symphonic Society führt der Komponist und Bandleader Sebastian Sternal ein Streichquartett mit dem Pablo Held Trio und vier Jazz-Bläsern zusammen. In den sieben »Symphonic« überschriebenen Teilen, die als Klammer funktionieren, neigt sich der gebürtige Mainzer und Wahl-Kölner mal behutsam dem Bigband-Jazz zu, mal knüpft er an die europäische Kammermusik an. Dazwischen schaltet Sternal stärker vom Jazz geprägte Stücke. Erst, wenn man die Unterbrechungen überspringt, wird die Intensität der »Symphonic«-Passagen erfahrbar. Die dreiteilige »Suite For String Quartet And Piano« hat er als Herzstück in die Mitte des Programms gesetzt. Sie schafft im ersten Satz »Orbit« mit sanften Wellenbewegungen eine romantische Grundstimmung. In »Snow« überwiegen zerbrechliche, düstere Elemente, bevor das harsche, impulsive »Run« an die fließenden Bewegungen des Eingangssatzes anknüpft. Bei seinen Grenzüberschreitungen begibt sich Sternal weder aufs Terrain der Neuen Musik, noch greift er auf filmmusikalische Sounds zurück. Konsequenter als andere Ensembles verschmilzt die Symphonic Society den Jazz mit europäischer Musiktradition. Für den Jahresausschuss: Werner Stiefele

Der Jahrespreis wurde im Rahmen eines Konzertes am 3. Oktober 2016 im Stadtgarten Köln verliehen.

Thorbjørn Risager & The Black Tornado

Too Many Roads. Ruf Records 0621200 (in-akustik)

Der Blues sei »die Kettenkugel am Bein jedes Musikers«, sagte Eric Burdon schon 1968 in dem bekenntnishaften »As The Years Go Passing By« über seine wichtigste Inspirationsquelle. Diese fast schicksalhafte Verklammerung der Populärmusik mit dem amerikanischen Blues verspüren viele europäische Künstler bis auf den heutigen Tag, und Thorbjørn Risager ist einer der souveränsten Fackelträger dieser Tradition. Mit windgegerbter Stimme, knackig konzentrierten Gitarrensoli und der Energie seiner siebenköpfigen, von Bläsern dominierten Band The Black Tornado im Rücken verpasst der Mann aus Kopenhagen dem geschichtsträchtigen Sound des Blues einen topmodernen Schliff. »Too Many Roads« ist sein achtes Album und sein bisheriges Meisterstück. Mit scheinbar leichter Hand verknüpft Risager vor Spannung knisternden Blues- Rock, treibenden Boogie und emotionsgetränkten Soul. Und er demonstriert mit feinen Nuancen bei Produktion, Songwriting und instrumentaler Ausgestaltung, wie faszinierend vielfältig der Blues heute klingen kann. Für den Jahresausschuss: Matthias Inhoffen

Der Jahrespreis wurde am 11. März 2016 anlässlich eines vom WDR-Fernsehen aufgezeichneten Konzerts in der Bonner Musikkneipe »Harmonie« verliehen.

Magic Kamancheh

Die Streichlauten 1 – Asien. Diverse. 4 CDs & DVD, NoEthno GMV037 (Galileo)

NoEthno ist ein kleines Label, das sich auf die Herausgabe der Enzyklopädie »World Music Instruments« in üppig gestalteter Buchform spezialisiert hat. Es begann 2005 mit dem Titel »Magic Banjo« und hat mit imponierenden Sammlungen zu Klarinette, Flöte und Harfe nachgelegt. Das neueste Werk zu den Streichinstrumenten Asiens stellt alles in den Schatten, was man bisher auf diesem Sektor kannte: Eine unglaubliche Fülle von Bildern, Texten, Namen und Klängen tut sich auf. All dies läuft unter dem fremdartigen Titel »Magic Kamancheh«, was mit der Ur-Heimat des Instruments zu tun hat, das in hunderten Formen und Corpusvarianten, aber immer mit »Kaman« (persisch: Bogen) rund um den Globus wanderte. Auch unsere Violine findet sich darunter: als Vertreterin der indischen Kultur und Spielweise, in Aufnahmen, die zum Weltkulturerbe gezählt werden dürften – wie vieles andere, das sich hier zu einem einzigartigen Panorama der musikalischen Weltkulturen ergänzt. Neben vier CDs gibt es eine DVD, die auch visuell nichts zu wünschen übrig lässt. Für den Jahresausschuss: Jan Reichow

Der Jahrespreis wurde im Rahmen des Rudolstadt-Festivals am 10. Juli 2016 an Bernhard Hanneken überreicht.

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